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Mehr Schutz, weniger Gewicht: CHERY setzt mit 2.400-MPa-Stahl neue Standards für die Fahrzeugarchitektur

  • Mit der Entwicklung von 2.400 MPa-Stahl übertrifft CHERY den bisherigen Marktstandard (max. 2.200 MPa) und setzt eine neue globale Benchmark für den Automobilbau.
  • Hohe Energieabsorption ohne Sprödbruch bei gleichzeitig 10–15 Prozent dünneren Bauteilen für geringeres Fahrzeuggewicht und höhere Effizienz.
  • Erste Fahrzeuganwendungen in kritischen Sicherheitszonen (z. B. Tür-Aufprallträger, A-/B-Säule) 2027 geplant.

CHERY Automobile gibt neue Entwicklungen in der Materialwissenschaft bekannt: Das Unternehmen präsentiert warmgeformten Stahl mit einer Zugfestigkeit von 2.400 MPa (Megapascal). Durch die präzise Kontrolle der chemischen Zusammensetzung und des Mikrostrukturdesigns erzielt der Werkstoff zudem eine Bruchdehnung von über fünf Prozent. Das Material absorbiert Energie effektiv, anstatt bei extremer Belastung spröde zu brechen. Mit dieser Innovation löst der Automobilhersteller den historischen Zielkonflikt zwischen Festigkeit und Duktilität (Zähigkeit) und sorgt so für erhöhten Insassenschutz bei gleichzeitig sinkendem Fahrzeuggewicht.

„Die Entwicklung des 2.400-MPa-Stahls markiert einen Wendepunkt in unserer Fahrzeugarchitektur. Lange galt das physikalische Gesetz, dass eine höhere Materialfestigkeit zwangsläufig zu Lasten der Verformbarkeit geht. Durch die präzise Kontrolle der Mikrostruktur ist es unseren Teams in der Forschung und Entwicklung jedoch gelungen, diese technologische Grenze zu verschieben und extreme Härte mit hoher Zähigkeit zu vereinen. Dieser Fortschritt ermöglicht es uns, die Fahrgastzelle massiv zu verstärken und gleichzeitig das Fahrzeuggewicht signifikant zu senken – ein entscheidender Faktor für die Sicherheit und Effizienz der nächsten Generation unserer Modelle“, sagt Jochen Tüting, Managing Director CHERY Europe GmbH.

Neue Sicherheitsmaßstäbe durch 2.400-MPa-Stahl

Der Sprung vom bisherigen Industriestandard (1.800–2.200 MPa) auf die von CHERY konzipierten 2.400 MPa bedeutet eine Steigerung der Zugfestigkeit um bis zu 30 Prozent. Die praktische Relevanz dieser Werte verdeutlicht ein Belastungsvergleich: Auf einer Fläche von nur einem Quadratzentimeter – etwa der Größe eines Daumennagels – hält dieser Stahl eine Zuglast von 24 Tonnen stand. Das entspricht dem Gewicht von vier ausgewachsenen Elefanten und übertrifft die Tragkraft herkömmlicher Hochleistungsstähle um rund vier Tonnen pro Quadratzentimeter.

Die entscheidende Innovation liegt jedoch in der Kombination von Festigkeit und Duktilität. Während Stähle dieser Härteklasse bei extremer Überlastung üblicherweise zum Sprödbruch neigen, weist die CHERY-Entwicklung eine Bruchdehnung von über fünf Prozent auf. Das Material verhält sich dadurch auch unter massiver Einwirkung nicht spröde, sondern kann Aufprallenergie plastisch absorbieren. Dank dieser Eigenschaften und einer Streckgrenze von über 1.600 MPA wird die Stabilität der Fahrgastzelle bei schweren Kollisionen signifikant erhöht.

Weniger Gewicht für mehr Reichweite

Die extreme Festigkeit ermöglicht eine Reduktion der Bauteilstärke um 10 bis 15 Prozent, ohne die Sicherheitsstandards zu beeinträchtigen. Ein praktisches Beispiel: Ein Aufprallträger aus herkömmlichem Stahl (1.500–1.800 MPa) mit einer Wandstärke von 2,0 mm kann durch den Einsatz des 2.400-MPa-Stahls auf ca. 1,7 mm verschlankt werden. In der Summe führt dies zu einer signifikanten Gewichtseinsparung der Rohkarosserie. Das Ergebnis ist eine gesteigerte Fahrzeugeffizienz, die insbesondere bei Elektrofahrzeugen zu einer höheren Reichweite beiträgt.

Einsatz ab 2027 geplant

Aktuell durchläuft der Werkstoff vollständige Validierungsprozesse auf Material-, Komponenten- und Fahrzeugebene. Während CAE-Simulationen bereits auf eine hohe Crash-Sicherheit hinweisen, ist der Serieneinsatz in ersten Modellen von beispielsweise OMODA & JAECOO für 2027 geplant. Der Fokus liegt dabei auf kritischen Sicherheitskomponenten wie A- und B-Säulen-Verstärkungen sowie Tür-Aufprallträgern.

CHERY Automobile Co. Ltd. ist Chinas führender Fahrzeugexporteur. Weltweit wurden insgesamt mehr als 5,8 Millionen Einheiten verkauft, davon allein 1,3 Millionen im Jahr 2025, womit das Unternehmen seit 23 Jahren die Spitzenposition hält. Im Jahr 2025 hat CHERY mehr als 2,6 Millionen Fahrzeuge verkauft, ein Anstieg von 8 % im Vergleich zu 2024. Fahrzeuge mit alternativen Antrieben trugen mit über 900.000 Einheiten zum Gesamtergebnis bei. Das Auslandsgeschäft des 1997 gegründeten Unternehmens erstreckt sich auf mehr als 130 Länder und Regionen. CHERY beschäftigt weltweit über 100.000 Mitarbeitende und hat seinen Hauptsitz in Wuhu, Provinz Anhui, China.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.cheryinternational.com